Diskussion zur Speicherbeachtung

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ChristophR
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von ChristophR »

Ich glaube es sind insgesamt wenige Anpassungen nötig, daher fasse ich den gesamten Vorgang nochmal, mit den Anmerkungen, für welche Probleme m.E. noch Änderungen nötig sind, zusammen.
Ich bleibe bei der Bezeichnung Min-SoC und Einschaltschwelle, da der Min-SoC nur dann die Ausschaltschwelle wäre, wenn Mindeststrom konfiguriert ist (s.u.). Ich bleibe zur Veranschaulichung auch bei 1kW Entladeleistung des Speichers, da sich hierdurch Probleme und mögliche Lösungen leichter veranschaulichen lassen.

Wir kommen "von unten" und überschreiten den Min-SoC, dass hierbei noch keine Ladung starten soll, ist ja inzwischen Konsens.
Wir erreichen den Einschalt-SoC und die Ladung startet, der Speicher unterstützt die Ladung mit der erlaubten Entladeleistung in meinem Fall 1kW.
Wenn nun auf dem Weg "von oben nach unten" der Überschuss soweit absinkt, dass die Einschaltschwelle unterschritten wird (z.B. 300W Überschuss), dann stoppt die Ladung wieder.
Ich hätte mir gewünscht, dass sie bis zum Min-SoC weiterläuft, auch wenn der Speicher dann mehr als die erlaubte Entladeleistung liefert. Dafür muss es also den Mindeststrom (6A) geben, damit die Ladung nicht beendet wird. Leider gibt es den nur bei PV-Laden und nicht bei Überschuss-Laden im Zielladen, daher kann ich ihn nicht nutzen. Hätte ihn dafür aber gerne.
In diesem Bereich (Nahe an der Einschaltschwelle) und mit wenig Überschuss kann es daher zu häufigen Ladestopps komme, die wir ja gerade verhindern wollen. Dies kann m.E. nur mit dem Mindeststrom oder einer zusätzlichen Einstellung "Auf dem Weg von oben nach unten die Ladung nicht beenden" geben.
Nun gehen wir davon aus, dass die Ladung weiter von der Einschaltschwelle läuft und den Min-SoC erreicht.
Hier wird aktuell nicht hart abgeschaltet, sondern es kommt die "Kulanz-Hysterese" von 1% zum Tragen, die sich in 2.x schon lange bewährt hat. Bei Min-SoC - 1% wird geschaut ob man abschalten sollte, wenn der Überschuss nicht zur Ladungserhaltung des Fahrzeugs reicht. Dafür wird bei Min-SoC -1% mit minimaler Ladeleistung geladen. Wenn der Überschuss ausreicht wird der SoC wieder auf den Min-SoC ansteigen. Nun wird mit vollständigem Überschuss geladen, um den Speicher beim Min-SoC zu halten. Der Speicher wird nicht wieder zur Ladungsunterstützung herangezogen, da wir ja nun "von unten nach oben" kommen und die Ladung nur zufällig noch läuft.
Wenn das nicht mehr ausreicht und der Min-SoC (-1%) unterschritten wird, wird die Ladung beendet.
Danach wird sie erst wieder gestartet, wenn die Einschaltschwelle wieder erreicht wird, es gibt also eine längere (gewünschte) Ladepause.
Dann geht es wieder wie oben beschrieben von vorne los.

Passt das so oder habe ich einen Denkfehler bzw. etwas hierbei vergessen?
Ich habe es noch mal in meinen Worten zusammengefasst, um Missverständnisse zu vermeiden, da ich mit einigen Begrifflichkeiten nicht warm geworden bin. Wenn das alles oben schon geschrieben steht, bitte nicht krumm nehmen.
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mattberlin
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von mattberlin »

aiole hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 12:21 pm
mattberlin hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 6:14 am
beim Erreichen des minimalen Speicher SoC dem Speicher Vorrang bei der Nutzung des PV-Überschusses zu geben bis dieser wieder beim oberen SoC-Wert ist
Erst den Speicher mit einen Min-Wert laden und dann voll?
Das würde doch gar keinen Sinn machen!
Was meinst du mit voll? 100% oder den max-SoC-Speicher?
Für mich ist "von unten kommend" eine echte Hysterese, wenn bis max-SoC-Speicher der Speicher Vorrang hat und er bis dahin auch geladen wird.
Das "voll" ist missverständlich. Ich meinte damit nicht eine volle Batterie sondern ein volles Laden im Sinne des vollen Überschusses.
Du hast Recht: Das, was wir jetzt haben, ist keine richtige Hysterese, denn:
- Von unten kommend wird bis "Mindest-SoC des Speichers" mit "Speicher-Ladeleistung unterhalb Mindest-SoC" (Reservierte Ladeleistung) geladen.
- Dann verhält es sich mit Ladepriorität Fahrzeuge bis "Maximal-SoC des Speichers"
- Darüber kommt dann der Bereich, wo der Speicher mit "Erlaubte Entladeleistung" entladen wird.

--> Das finde ich schon einmal nicht schlecht und das greift auch schon einige Elemente meines "Wunschkonzerts" von vielen Beiträgen zuvor auf.

Um den Punkt "Maximal-SoC des Speichers" würde sich zusätzlich eine Hysterese anbieten, damit eben in Situationen, wo die "Erlaubte Entladeleistung" verwendet wird, nicht ein Pendeln mit kurzen Zeitabständen um den "Maximal-SoC des Speichers" herum stattfindet.

mattberlin hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 6:14 am Anderes Thema :
Wenn man von oberhalb des Max-SoCs kommt UND der Überschuss oberhalb der Einschaltenschwelle liegt, so kommt es um den Max-SoC herum immer zu kurzen Lade- und Entladepeaks.
Das ist unnötig. Es sollte definierbar sein, ob die erlaubte Entladeleistung grundsätzlich verwendet werden darf ODER nur, um den minimalen Ladestrom zu halten.
Mach' mal bitte einen Vorschlag, wie du das möglichst einfach lösen würdest.
Es gibt ja den Punkt "Entladung des Speichers erlauben" mit der Wahlmöglichkeit Nein/Ja.
Man könnte nun daraus ein "Nein"/"Ja"/"Ja, aber nur, um auf den minimalen Ladestrom zu kommen" machen.

Im Prinzip also wie schon eine Seite zuvor:
aiole hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 2:10 pm
Gero hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 12:41 pm
aiole hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 12:21 pm
Mach' mal bitte einen Vorschlag, wie du das möglichst einfach lösen würdest.
Steht ja da: "es sollte definierbar sein"...
Also 2 oder-verknüpfte Options-Punkte bei Speicherbeachtung -> Entladeleistung

für Fahrzeug-Ladung
a) voll nutzbar
b) mit min. Ladestrom nutzbar?
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AndiC
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von AndiC »

Gero hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 5:22 pm Was ich bei alledem nicht verstehe: Wenn ich von oben an die untere Schwelle komme, muss ja eine Entladung des Speichers stattgefunden haben, denn sonst wäre ich ja nicht an der unteren Schwelle. Dass dann die Ladung aufhört muss meiner Meinung nach sein damit die untere Grenze des SoCs nicht unterschritten wird.
Ok - du gehst davon aus, dass die Hysterese nur zum Tragen kommt, wenn der PV-Überschuss nicht für die Fahrzeugladung ausreicht.

Derzeit regelt die Hysterese aber eigentlich insgesamt die Speichermitbenutzung. Mal angenommen es wären 8kW PV-Überschuss da und man hat konfiguriert, dass der Speicher beim PV-Überschuss-Laden mit bis zu 3kW Leistung mitgenutzt werden kann; dann würde die Hysterese dafür sorgen, dass bis zum Erreichen der unteren Schwelle mit 11kW statt nur mit 8kW geladen wird. Für alle Anwender, welche die Hysterese zu so einem beschleunigten Überschussladen nutzen, würde die Ladung dann (in der derzeitigen Umsetzung) mit 8kW weiter laufen, wenn die untere Schwelle erreicht ist. In der besprochenen Änderungen würde die Ladung für diese Anwender stoppen.

Man kann die Leistung der Speichermitbenutzung natürlich gleich des Mindestbedarfs des Fahrzeugs setzen, also z.B. 1,4kW. Diese 1,4kW kämen dann immer auf den PV-Überschuss drauf bzw. würden die Ladung dann auch bei nur noch 1kW oder 0kW PV-Überschuss weiterlaufen lassen, bis die untere Schwelle der Hysterese erreicht ist.

Also geht es im Prinzip auch darum, wie man zum Anwendungsfall der beschleunigten Überschussladung mit Speicherhysterese steht.
Tidur
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von Tidur »

Danke für die zahlreichen Rückmeldungen und Anregungen. Nochmal zur aktuellen Implementierung:
Der Speicher wird für die Hysterese durch Min SoC und Max SoC in 3 Bereiche geteilt. Der Speicher soll sich im Idealfall immer zwischen Min und Max SoC bewegen. Die Fahrzeugladung wird so angepasst dass das (hoffentlich) der Fall ist.
Es gibt verschiedene Anforderungen für kleine, mittlere und große Anlagen. Wir haben versucht das bestmöglich abzudecken.

Funktion der "klassischen" Hysterese:
Der Speicher genießt Vorrang bis zum Max SoC und darf daraufhin bis zum Min SoC entladen werden. Vorteil ganz klar: es ist simpel und leicht verständlich. Es gibt weniger (kurze/ kleine) Ladeunterbrechungen, da keine klassische PV-Ladung (reiner Überschuss) sondern immer mit Speicherunterstützung geladen wird. Nachteil: Ich stecke mein Fahrzeug zum Laden an (das soll definitiv voll werden!) ich lade stattdessen aber zuerst den Speicher. Ist der genügend voll entlade ich den Speicher ins Fahrzeug - danach beginnt das Spiel von vorne.
Auch hier ist man je nach Größe der Anlage nicht vor den PV-Abbrüchen" gefeit. Wenn der Überschuss für die Speicherladung mit voller Leistung reicht und der restliche Überschuss sich an der Grenze zur PV-Einschaltschwelle bewegt dann wird das Fahrzeug geladen - oder eben gestoppt.
Das passiert solange bis der Max-SoC überschritten wurde und der Speicher zur Fahrzeugladung mitgenutzt werden darf.

Aktuelle Umsetzung:
Unterhalb des Min SoC hat der Speicher Vorrang.

Mit erreichen des Min SoC ist der Speicher im definierten Bereich, ab da hat das Fahrzeug Vorrang.
- Bei sehr kleinen Anlagen ist die Erzeugung nicht für die Fahrzeugladung ausreichend. Hier wird der Speicher direkt weiter beladen.
- Bei mittleren Anlagen geht alles ins Fahrzeug bis das voll ist (Speicher-SoC in dieser Zeit idealerweise gleichbleibend). Ist das Fahrzeug geladen hat der Speicher Vorrang.
- Bei großen Anlagen wird das Fahrzeug beladen. Bleibt Erzeugung übrig geht das in den Speicher.
SoC wird in diesem Status also entweder erhöht oder ist gleichbleibend.
Fällt der Ertrag in dieser Zeit ab kommt es zur Ladeunterbrechung des Fahrzeugs (verhält sich wie normale PV-Ladung).

Wird der Max SoC überschritten darf der Speicher bis zum Mindest SoC entladen werden.
- Bei Kleinen Anlagen startet hier die Ladung mit Speicherunterstützung. Entladung erfolgt bis zum Mindest SoC - danach Fahrzeug-Ladestopp
- Mittlere Anlagen werden ggfs. durch Speicherentladung bis zur maximalen Fahrzeug-Ladeleistung unterstützt.
- Bei großen Anlagen die die Fahrzeugladung schon abdecken tritt keine Änderung der Regelung ein - Speicher wird eher noch weiter beladen.

Grundlegende Idee war die Fahrzeugladung für mittlere/ große Anlagen effizienter zu gestalten - also ohne "Umweg Speicher".

Die klassische Hysterese:
- Sie ist einfacher zu verstehen (großes Plus)
- Es gibt beim größeren Teil des Anlagen tendenziell weniger kurze Ladeunterbrechungen. Es wird mehr am Stück geladen durch den Speicher- danach gibt es längere Ladepausen
- Wenn Speicher lädt und restlicher Überschuss nicht für Fahrzeugladung reicht wird eingespeist

Die aktuelle Umsetzung:
- Effizientere Überschussnutzung (kein Umweg über Speicher)
- Ggfs. häufigere Unterbrechungen (wie PV-Modus)
Gero
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von Gero »

AndiC hat geschrieben: Mi Mär 11, 2026 7:57 am Ok - du gehst davon aus, dass die Hysterese nur zum Tragen kommt, wenn der PV-Überschuss nicht für die Fahrzeugladung ausreicht.
Ja, da bin ich leider noch in der Denke "prio EV-Laden ab Min-SoC" verfangen. (Und will eigentlich auch nicht durch den Speicher laden) Aber ja, es wird ja bis Ladestart-SoC weiterhin der Speicher geladen und danach kann man mit Zuschlag ins Auto mit dem Strom.

ChristophR hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 8:34 pm Dafür muss es also den Mindeststrom (6A) geben, damit die Ladung nicht beendet wird.
Genau das hatte ich auch vorgeschlagen mit der Auswahl "Zuschlag" wie heute implementiert oder dem neuen "Mindeststrom".
ChristophR hat geschrieben: Di Mär 10, 2026 8:34 pm Wenn der Überschuss ausreicht wird der SoC wieder auf den Min-SoC ansteigen. Nun wird mit vollständigem Überschuss geladen, um den Speicher beim Min-SoC zu halten. Der Speicher wird nicht wieder zur Ladungsunterstützung herangezogen, da wir ja nun "von unten nach oben" kommen und die Ladung nur zufällig noch läuft.
Wenn das bereits so implementiert ist - gerne. Ich wäre aber auch damit zufrieden, wenn der Zyklus hier wieder anfängt und der Speicher bis Ladestart vollgeladen wird. Einfach nur deshalb um es von der Erklärung her einfacher zu gestalten. Denn warum sollte diese Logik, die ja ab dem zweiten Durchlauf das "durch-den-Speicher-laden" (und nebenbei auch den Ladestop) verhindert, nicht auch schon beim ersten Durchlauf greifen und da das "durch-den-Specher-laden" verhindern?

Tidur hat geschrieben: Mi Mär 11, 2026 8:16 am Grundlegende Idee war die Fahrzeugladung für mittlere/ große Anlagen effizienter zu gestalten - also ohne "Umweg Speicher".

Bei solchen Anlagen kann man ja auch einfach den Ladestart-SoC auf Mindest-SoC setzen und so die Phase der speicherunterstützten Hysterese eliminieren. Dann hat man einen früheren Ladestart des EV als bei prio Speicher, der ja da bei 100% liegt. Das ist die Einstellung für mich, da ich mit meinem zu großen Speicher schon mit 60% SoC bequem durch die Nacht komme.

Ich denke, wenn die Leute mit kleinen Anlagen auf den Trichter dieser Vorzüge der speicherunterstützten Hysterese kommen, werden einige auf prio Speicher verzichten und statt dessen 90% und 100% oder so einstellen, um Einspeisung zu vermeiden.
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Philip
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von Philip »

Ich lese hier gespannt mit und weiß auch nicht recht, was für mich die ideale Einstellung ist: Ich habe 22 kWp und eine 13,5 kWh Batterie im Haus, 60-70% SoC reichen mir auch derzeit schon durch die Nacht. Das zählt dann wohl schon als größere Anlage, richtig?

Mein Wunsch ist, dass die Hausbatterie abends auch immer diesen SoC hat. Dennoch finde ich günstig, wenn die Auto-Ladung schon früh beginnt, und gerne unter Ausnutzung des Speichers. Denn wenn eines der Autos mittags unterwegs ist, wird der Speicher ja garantiert noch voll. Umgekehrt "verschenke" ich aber Sonnenenergie, wenn ich die mittags einspeise, weil ich morgens statt der Autos den Speicher geladen hab.

Kurzum: Ich würde gerne wählen können, ob Überschuss komplett ins Fahrzeug oder komplett in den Speicher geht oder sich die Prio ab einem gewissen SoC umdreht (aktuell: Einstellung Min-SoC). So ist es aktuell ja auch schon.

Toll fände ich, wenn es diese "SoC-Balance" nicht nur für die Hausbatterie gäbe, sondern auch fürs Auto. Denn wenn ich die Einstellung Min-SoC relativ niedrig einstelle (30% zum Beispiel), dann laden danach ja nur die Autos. Die haben zusammen über 120 kWh Kapazität, das ist mehr als mein Ertrag an einem Sommertag. In einem ungünstigen Fall wäre dann abends die Hausbatterie nicht bei den gewünschten 60%, die Autos hätten u.U. aber mehr als die "nötigen" 70 oder 80 Prozent...

Mir ist bewusst, dass ich das noch zusätzlich steuern kann, z.B. indem ich der Hausbatterie eine gewisse Ladeleistung reserviere - richtig? In jedem Fall fände ich aber gut, wenn all das möglichst benutzerfreundlich implementiert werden kann. Ein positives Beispiel dafür finde ich die Einstellung der Ausregelung, wo man ja wählen kann, ob man lieber minimal Einspeisung oder lieber minimal Netzbezug hat. Das ist m.E. aus Sicht des Anwenders gedacht. So ähnlich könnte das hier doch auch sein - mit einem Button, der Werte vorgibt, mit denen die Hausbatterie auch dann noch lädt, wenn der Min-SoC überschritten ist...

Ich hoffe, das ergibt Sinn und passt hier in die Diskussion.

Gruß
Philip
Gero
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von Gero »

Philip hat geschrieben: Do Mär 12, 2026 9:00 am Ich habe 22 kWp und eine 13,5 kWh Batterie im Haus, 60-70% SoC reichen mir auch derzeit schon durch die Nacht. Das zählt dann wohl schon als größere Anlage, richtig?
Mindestens mal mittel, die kleinen würde ich so um die 10kWp einordnen, also so das, was auf ein Neubau-EFH oder Reihenhaus draufpasst.

Sowohl Speicher als auch Autos gleichmäßig voll zu bekommen ist sicherlich ein Wunsch, der mit weiterer Verbreitung von EVs häufiger werden wird. Denn die Autos haben ja immer deutlich mehr Kapazität als der Speicher. Grundsätzliches Problem hier ist ja die Prognose: Soll ich bei 30% Speicher schon mit den Autos anfangen, weil ja nachmittags noch reichlich Sonne ist? Während man das Wetter noch mit einer gewissen Zuverlässigkeit einschätzen kann, fällt das bei zwischenzeitlichen Fahrten deutlich schwerer. ;-)

Als kleinen Workaround kannst Du ja mal mit der Ladebegrenzung herumspielen. Also nur 10kWh oder so per PV laden. Ist aber auch nur ein workaround, weil die Begrenzung ja per Ladesession gilt und wenn das Auto mittags nicht abgesteckt wird, wird nachmittags eingespeist, weil die 10kWh erreicht sind. Auch nicht gut. Hier bräuchte man ein offenes kWh-Ziel: erst mal 10kWh, dann in den Speicher und wenn der voll (genug) ist, dann wieder ins Auto. Aktuell würde ich sagen, dass das eher etwas für eigene Programmierung ist, um da Erfahrungen zu sammeln.
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von Philip »

Ja, sehr gut, @Gero: die Lademenge ist auch eine mögliche Begrenzung. Ich finde auch nicht schlimm, wenn ich manuell umstellen muss, ob ich mit Prio Auto oder Prio Min-SoC laden möchte - das mache ich aktuell auch so. Ich finde nur gut, wenn das möglichst komfortabel geht.

Die Konfiguration eigener Lade-Modi, die man selbst benennen und dann jeweils auch sehr einfach wählen kann, fände ich immernoch eine gute Sache in der openWB.
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Re: Diskussion zur Speicherbeachtung

Beitrag von sunnykleineichen »

In Summe alle Anforderungen und Wünsche umzusetzen ist in der Tat recht komplex - das sieht man hier an der Diskussion ja sehr gut.

Wichtig wäre, dass man nochmal genau nach den 3 Szenarien in der passiven Speicherbetrachtung differenziert:
1. Fahrzeuge
2. Speicher
3. Nach SoC des Speichers

Aktuell ist nur die Option 3 mit weiteren Einstellungen belegt (wie Ladeleistungen).
In der Diskussion sollten wir darauf achten, um welchen Variante es geht (1, 2 oder 3).

Mir ging es bisher bei meinen Beiträgen nur um Option 3. Diese ist für uns die passende. Unser Ziel ist es
- Abends den Speicher bei 80% zu haben (damit kommen wir über die Nacht)
- PV-Überschuss ins Auto laden - und dabei keine Hysterese zu erzeugen (im Normalfall einmal an und einmal wieder aus)

Bei der 1.9 war dies der Modus Min+PV.

Ich habe mir nun eine Variante gebaut, welche dies genau abbildet - dafür nutze ich aber auch 2 Automationen in HomeAssistant.

Die OpenWB 2.x ist auf Variante 3 eingestellt. Min-SOC steht auf 75% und Max-Soc auf 90% (alle weitere Optionen der Variante 3 sind auf NEIN gestellt).
Zusätzlich habe ich im Ladeprofil PV einen Mindest-Ladestrom von 6A eingestellt.

Wie läuft es nun ab:
- Der Lademodus steht auf Stop
- Springt der SoC der Batterie auf 85%, schaltet HomeAssistant den Lademodus auf PV (nur wenn er vorher auf Stop steht und ein Auto angeschlossen ist)
- Die Ladung startet und nutzt den Speicher mit, sofern nicht genug PV zur Verfügung steht
- Sobald 80% unterschritten sind, schaltet HomeAssistant wieder auf Lademodus Stop (nur wenn vorher PV eingestellt war).

Das ergibt folgendes Bild:
Bildschirmfoto 2026-03-12 um 12.54.32.png
Bildschirmfoto 2026-03-12 um 12.54.32.png (173.24 KiB) 58 mal betrachtet
Am Ende haben wir 1 Ladevorgang und der Speicher steht am Ende bei 80%.

Schön wäre es natürlich, wenn die OpenWB das selber könnte.

Dazu müsste man
- den Start des Ladvorgangs auf den Max-SoC legen (das wäre dann der Ladestart-SoC)
- den Stop des Ladevorgangs auf den Min-SoC legen (das wäre dann der Ladestop-SoC)
- Die Einstellung Mindeststrom > 0 im Ladeprofil darf nicht mehr dazu führen, dass die Ladung direkt startet. Hier muss dann auch der Ladestart-SoC berücksichtigt werden.

Das wäre mein konkreter Vorschlag für Option 3.


Was man zusätzlich noch an Einstellungen für die Optionen 1 und 2 wünscht, ist eine andere Frage.
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