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Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 6:26 pm
von stefan_o
Hallo,
ich habe zwei openWBs an einem Einfamilienhaus, bin ich auch sehr zufrieden mit, aber wenn man ehrlich ist, ist eine openWB doch eher ein Nerd-Produkt und nicht unbedingt für ein Mehrfamilienhaus geeignet wo es nach dem Motto einmal anschließen und niemand muss sich drum kümmern funktionieren sollte. Muss dafür natürlich auch nicht die Funktionalität einer openWB bieten.
Deswegen meine Frage: Kennt jemand ein gute Wallboxen, die folgendes leisten können:
-Es sollte Wallboxen mit zwei Ladepunkten geben
-Freigabe per RFID
-Dynamisches Lastmanagement am Hausanschluss, aber jede Wallbox hängt an einem anderen Zähler (die Zähler sind im Keller des Hauses, es ist kein Problem jeden Stellplatz an den Zähler der zugehörigen Wohnung anzuschließen, aber es muss der Gesamtanschluss des Hauses überwacht werden, insbesondere wenn z.B. die Durchlauferhitzer laufen muss abgeregelt oder vielleicht abgeschaltet werden)
Vielen Dank
Stefan
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 6:28 pm
von openWB
Eine openWB, einmal installiert und konfiguriert und fertig

Optimales Anwendungsgebiet.
Nutzer haben in der Regel keinen direkten Zugriff, oder künftig abgespeckt über die Benutzerverwaltung.
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 8:09 pm
von aiole
Installation wie bei klassischem Mieterstrommodell - das kann openWB Dank grafisch und sehr flexibel konfigurierbarem Lastmanagement out of the box. Gibt's schon in etlichen Installationen.
https://wiki.openwb.de/doku.php?id=open ... ieterstrom
Diese Multi-Ladepunktanwendungen haben bei openWB in den letzten Monaten stark zugenommen und die neue Förderung pusht das nochmal. Mieterstrom bietet halt ordentliche Rendite.
Demnächst ab 2.2.0 mit Benutzerverwaltung, falls Mieter direkt auf's System wollen (mit eingeschränkten Rechten).
Es gibt diverse Duo-openWB - auch die neue, günstige "SE-Duo" mit max. 11kW je LP bzw. 13,8kW gesamt im Duobetrieb.
ps
Nerdig war mal - mittlerweile professionell mit solidem Support und über 400 Fachpartnern

.
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 8:25 pm
von stefan_o
Ich glaube openWB scheidet schon deshalb aus, weil es wohl 12 Ladepunkte werden und die openWB glaube ich nur 8 kann?
Die Wallbox sollte aus Schutz vor Vandalismus auch keine Ladekabel haben, sondern Ladebuchsen, aber zwei Ladebuchsen gibt es nicht und die neue gibt es gar nicht mit Buchse?
Ein Touch-Display ist völlig übertrieben (niemand soll was einstellen dürfen und es wird auch keine Statistik benötigt), aber eine einfache Anzeige (mehrfarbige LED: aus = kein EV, rot = EV erkannt, aber Ladepunkt gesperrt, gelb = Ladepunkt aktiv, aber keine Ladung wegen Begrenzung durch Lastmanagement, blau = Laden aktiv, aber Auto entnimmt keine Ladung, grün = lädt, rot blinken = Störung) wäre schon sehr wichtig.
Dazu kommt, dass es bei der openWB eine Verzögerung zwischen RFID-Tag erkannt und Ladung startet gibt, das ist zwar theoretisch kein Problem, aber in der Praxis für den unwissenden Nutzer sehr irritierend (das hat doch gepiept, warum lädt er jetzt nicht??), weil andere Wallboxen das nicht haben.
Ganz davon unabhängig sind mir seit der Anschaffung der zwei openWBs bereits zwei SD-Karten gestorben (erste openWB 2021). Die Karten sind in diesem Einsatzgebiet als Systemlaufwerk im Raspi ein Verschleißteil, das ist jetzt nicht unerwartet und für mich auch kein Problem, aber wenn dafür dann ein Elektriker kommen muss wäre das schon sehr doof. Für mich sind die SD-Karten eindeutig eine Schwachstelle des Systems (ich weiß nicht ob openWB mittlerweile bessere Karten ausliefert, ich habe jetzt eine Samsung Pro Endurance drin, mal sehen wie viel Jahre die schafft).
Ich würde sehr gerne openWB nehmen, aber ich denke für diesen Anwendungsfall ist sie nicht unbedingt geeignet.
Super wäre eine "openWB Lite" bzw. "openWB Lite Duo": Eine "dumme" openWB, ohne Raspi, in der vielleicht nur ein ESP32 (mit Ethernet) sitzt, ohne Phasenumschaltung, ohne Display aber mit LED (nett wäre ein farbiger Ring um die Buchse), die auf eine volle openWB (bzw. openWB Standalone) angewiesen ist.
Könnte von den Kosten auch geringer werden, wenn openWB eine eigene Leiterplatte für alles macht (weiß nicht wie komplex die Zulassung dafür ist, wenn man z.B. Schütze direkt auf die Leiterplatte baut und auch das CP Signal selber macht).
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 8:31 pm
von openWB
100+ Ladepunkte sind kein Thema, auch eine Variante ohne Display mit Buchse gibt es.
Die Erfahrung zeigt aber das man unbedingt ein Ladekabel will.
Viele deiner Punkte sind seit Jahren erledigt, halten sich aber leider hartnäckig

Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 8:46 pm
von stefan_o
Ah ok, dann ist die Anzahl der Ladepunkte ja schon geklärt.
Gibt es denn LED Status Anzeige statt Display? Ich meine das sollte mit dem Raspi-Hat ja sehr einfach umzusetzen sein.
Das mit den Ladekabeln vs. Ladebuchsen hat einen ganz pragmatischen Grund: Wenn ein Ladekabel abgeschnitten/beschädigt wird (sei es Diebstahl/Vandalismus oder Unfall weil nicht richtig aufgehängt, mit der Heckenschere reingekommen etc.): Bei Ladebuchse muss sich der Nutzer drum kümmern, wenn fest installiert ist es Sache der Gemeinschaft, ein Elektriker muss kommen zum Auswechseln...
Dazu ist das Modell nicht das Mieterstrommodell: Jede Wallbox kann an den Zähler der zugehörigen Wohnung angeschlossen werden, nicht an den Zähler für den Hausstrom (es muss aber vermutlich die Gesamtzuleitung überwacht werden, da die Leistung des Hausanschlusses vermutlich nicht dafür ausgelegt ist). Damit muss nichts gesondert abgerechnet werden und jeder Bewohner kann selber entscheiden wo er den Strom kauft.
Das bedeutet für Duo auch, dass zwei getrennte Zuleitungen möglich sein müssen, damit ist die SE-Duo mit 13,8kW gesamt schon raus.
Eine PV-Anlage/Speicher wird aus einem einfachen Grund nicht kommen: Das Gebäude liegt im Schatten von großen Bäumen.
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 9:08 pm
von aiole
Die letzten 3 Jahre ist sehr viel Richtung Qualität getan worden. Gerade deshalb werden die doch vermehrt im MFH und in WEG eingebaut

.
Hast du die seit 07'2023 verbaute industrial SDC im Einsatz? Damit sind Ausfälle Vergangenheit (haben andere Speicherzellennutzung).
empfohlenes Setup für Multi-Installationen:
1x openWB Standalone (bis 10 LP normal, >10 LP Standalone-Enterprise)
??x openWB Pro mit RFID*
*... je nach Wunsch statt Pro auch alle anderen openWB nutzbar (als secondaries konfiguriert)
Buchse ist echt unkomfortabel für die Nutzer:innen. Wegen niedrigerer Ladekabelpreise geht der Trend weg von Buchse. Außerdem ist die Verriegelung ein zusätzlicher Faktor + das unbekannte Ladekabel. Geklaut werden vornehmlich dicke CCS-Kabel. Buchse hätte ich vor 3 Jahren verbaut - heute nicht mehr.
E-Installation bei separaten VNB-Zählern:
Wenn eigene VNB-Zähler je Wohnung installiert sind, muss normalerweise für jeden dieser Zähler eine feste Leistung/Stromstärke seitens VNB garantiert sein, welche dann für HV + Ladung genutzt werden kann. Dann arbeitet eine openWB einfach als lokaler Lastmanager (integriert in der WB) je Wohnung. Bei ev. §14a-Dimmung regelt openWB den dort angeschlossenen LP herunter. Das Ganze 1x je Wohnung.
Die Überwachung eines vorgelagerten Gesamtanschlusses ist dann obsolet, wenn jeder Wohnung ihr fester Leistungsanteil vorab zugewiesen wird.
Duo
Dann kannst du die Duo-Var. mit 2 Zuleitungen nehmen. Ich frage mich gerade, ob es so etwas überhaupt woanders gibt. Standard dürfte eine Zuleitung sein.
LED
Gibt's an jeder Fahrzeug-Ladebuchse.
ps
Das Wichtigste - das steuernde openWB-EMS - ist aktuell auf Wallboxen von openWB und smartWB beschränkt. Damit wird die kostenfreie Software finanziert.
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Mo Mär 30, 2026 9:49 pm
von stefan_o
aiole hat geschrieben: Mo Mär 30, 2026 9:08 pm
Hast du die seit 07'2023 verbaute industrial SDC im Einsatz? Damit sind Ausfälle Vergangenheit (haben andere Speicherzellennutzung).
Nein, zumindest nicht bei der ersten openWB (bei der zweiten die 2023 angeschafft wurde habe ich nie nachgeschaut was für eine Karte da drin ist), da war eine Kioxa Karte drin, kam schon defekt an, habe eine neue bekommen die hat 2 Jahre oder so gehalten.
aiole hat geschrieben: Mo Mär 30, 2026 9:08 pm
Buchse ist echt unkomfortabel für die Nutzer:innen. Wegen niedrigerer Ladekabelpreise geht der Trend weg von Buchse. Außerdem ist die Verriegelung ein zusätzlicher Faktor + das unbekannte Ladekabel. Geklaut werden vornehmlich dicke CCS-Kabel. Buchse hätte ich vor 3 Jahren verbaut - heute nicht mehr.
Es geht weniger ums klauen, mehr um Vandalismus und versehentliche Beschädigung (bei mir hat der Gartenbauer tatsächlich mit der Heckenschere ins Kabel geschnitten, war zum Glück direkt am Anschlusspunkt, jetzt ist das Kabel halt 50cm kürzer, aber sowas kann man bei einem Mehrfamilienhaus nicht einfach machen, da muss der Elektriker kommen). Kann man das Kabel nicht in der Wallbox stecken lassen?
aiole hat geschrieben: Mo Mär 30, 2026 9:08 pm
LED
Gibt's an jeder Fahrzeug-Ladebuchse.
Ja, aber gerade wenn er nicht lädt wäre es schön zu sehen warum (nicht freigegeben, Lastmanagement regelt ab etc.)
aiole hat geschrieben: Mo Mär 30, 2026 9:08 pm
E-Installation bei separaten VNB-Zählern:
Wenn eigene VNB-Zähler je Wohnung installiert sind, muss normalerweise für jeden dieser Zähler eine feste Leistung/Stromstärke seitens VNB garantiert sein, welche dann für HV + Ladung genutzt werden kann. Dann arbeitet eine openWB einfach als lokaler Lastmanager (integriert in der WB) je Wohnung. Bei ev. §14a-Dimmung regelt openWB den dort angeschlossenen LP herunter. Das Ganze 1x je Wohnung.
Die Überwachung eines vorgelagerten Gesamtanschlusses ist dann obsolet, wenn jeder Wohnung ihr fester Leistungsanteil vorab zugewiesen wird.
Das ist interessant zu wissen. Ich muss mir die Installation mal im Detail anschauen. Da Durchlauferhitzer für Warmwasser installiert sind mit 18 bzw. 21 kW pro Wohnung muss da dann ja eine ganz ordentliche Zuleitung kommen, vor allem da man ja damit rechnen muss, das vielleicht parallel auch der Herd an ist oder die Haare geföhnt werden, da sollte jede Wohnung mindestens 40A pro Phase bekommen, besser 63A.
Da würde dann eine Regelung pro Wohnung kommen, damit das Auto runtergeregelt/abgeschaltet wird wenn zu viele Verbraucher in der Wohnung aktiv sind (ist aber letztlich ein Problem der Nutzer).
Dann stellt sich die Frage ob eine zentrale Steuerung überhaupt notwendig ist, oder man in dem Fall nicht sagen kann: Jeder der eine Wallbox möchte, muss sich eine installieren... Kann eine einzelne openWB das Signal nach §14a auswerten ohne Zusatz?
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Di Mär 31, 2026 8:54 am
von aiole
stefan_o hat geschrieben: Mo Mär 30, 2026 9:49 pm
Dann stellt sich die Frage ob eine zentrale Steuerung überhaupt notwendig ist, oder man in dem Fall nicht sagen kann: Jeder der eine Wallbox möchte, muss sich eine installieren... Kann eine einzelne openWB das Signal nach §14a auswerten ohne Zusatz?
Es sind 2 unterschiedliche Dinge je Wohnung (=VNB-Zähler) zu beachten:
1. lokales LM gegen Überlastung
2. §14a
Wenn jede Wohnung einzeln am VNB-Zähler hängt, löst man beides so:
1x Standalone mit addon als EMS (falls §14a mit Kontakten nötig ist, ansonsten geht seit openWB 2.1.9 auch EEBUS) am LAN
1x openWB-Ladepunkt deiner Wahl auch am LAN angeschlossen (RFID empfohlen falls unterschiedliche EV am LP laden)
Wenn das Auto nicht lädt - blinkt es rot.
btw - Damit kann dann jeder Mieter eigenständig auch dyn. Tarife nutzen oder (bei dir nicht gewünscht) eigene PVA und Speicher einbauen. iMSys natürlich auch.
Re: Wallboxen für Mehrfamilienhaus mit RFID und Lastmanagement
Verfasst: Di Mär 31, 2026 10:13 am
von stefan_o
Jede Wohnung verfügt über einen Durchlauferhitzer im Bereich 18 bis 21 kW ohne irgendeine Abregelung, also von Prinzip sollten alle Laden können ohne das was passiert, wenn alle gleichzeitig noch Duschen könnte es allerdings schwierig werden.
Aber das ist alleine das Problem des VNB, der muss das im Zweifel installieren?
Bedeutet die Gemeinschaft kann "einfach" die Leitungen legen (mit der Förderung) und danach kann jeder Eigentümer eine Wallbox seiner Wahl installieren (oder auch nicht). Jeder Eigentümer meldet einzeln beim VNB an (weil eigener Zähler) und irgendwann wird der VNB vermutlich sagen jetzt bracht es nach §14a ein IMSys mit Lastregelung für alle Wohnungen bevor die nächste Wallbox genehmigt wird (trägt die Kosten dafür der VNB?). Weil nach 2024 müssen alle installierten Wallboxen das prinzipiell unterstützen damit sie überhaupt installiert werden dürfen (kein Bestandsschutz, alle Wallboxen werden dann im Zweifel abgeregelt, nicht nur die neuen).
Lokales Lastmanagement (wenn Dusche, Fön, Wasserkocher und Herd an sind und dann das EV lädt) ist dann Angelegenheit der einzelnen Eigentümer, wäre sehr sinnvoll wenn die installierte Wallbox das kann, aber wenn nicht und die Hauptsicherung für die Wohnung rausfliegt: Eigenes Problem, betrifft die anderen nicht.
Habe ich das soweit richtig verstanden?
Bezüglich LAN und IMSys: Wenn da jetzt viele Wallboxen sind, die alle über LAN mit dem IMSys verbunden sind, man aber sichergehen möchte das, dass die Netzwerke der Wallboxen an sich isoliert bleiben (nicht das man von Wallbox A auf Wallbox B zugreifen kann um dort die Einstellungen zu ändern), würde man noch eine entsprechende Firewall benötigen oder ist das Aufgabe des VNBs jedem Zähler einen isolierten Zugang bereitzustellen?
Bzg PVA: Natürlich kann sich jeder Bewohner z.B. eine Balkonsolaranlage hinstellen, aber ob die sich jemals rentiert ist sehr fraglich, weil das Haus fast den ganzen Tag verschattet wird. Hat den Vorteil das es im Sommer auch ohne Klimaanlage angenehm kühl ist, aber dafür hat man im Garten auch schnell mehr Moos als Rasen...