Das ist simple Mathematik
Die E3DC weiß von der Wallbox gar nichts. Alles was hinter der E3DC hängt ist Hausverbrauch.
Sie liefert aber über Modbus die Werte zum aktuellen Hausverbrauch, PV Leistung, Batterieleistung, EVU Leistung, Ladestand der Batterie.
Die openWB kann diese Werte lesen und auswerten.Außerdem weiß sie natürlich, wie hoch die momentane Ladeleistung für's Auto ist.
Sie berechnet damit also wie hoch die Ladeleistung sein darf unter Auswertung der zur verfügung stehenden Messdaten.
Beispiel:
PV liefert gerade 5kW
Batterie E3DC ist voll, Batterieleistung E3DC ist 0kW (wird nicht GEladen aber auch nicht ENTladen.
Hausverbrauch laut Daten von E3DC ist 1kW.
Ziel für EVU Leistung ist immer 0 oder irgend ein negativer Wert (Einspeisung ins Netz).
Mögliche Ladung für das Auto also
PV Leistung - Batterieleistung E3DC - Hausverbrauch = 5kW - 0kW - 1kW = 4kW.
Die openWB stellt also die Ladeleistung möglichst exakt auf 4kW ein.
Oder in diesem Fall noch einfacher: Die openWB regelt auf Hausverbrauch = PV Leistung, so gut es geht.
Wenn jetzt aber die PV Leistung wegen Wolken oder auch der tatsächliche Hauverbrauch (ohne Auto) z.B. wegen Staubsauger, Waschmaschine, Microwelle etc. stark schwankt und immer wieder so weit einbricht, dass nicht mehr genug PV Strom zur Verfügung steht, um die Ladung des Autos aufrecht zu halten (viele Autos brauchen einen MINDESTladestrom, oft so um die 5-6A pro Phase), dann wird nach einer einstellbaren Wartezeit (die eben dazu dient KURZE Wolken-Pausen zu überbrücken) der Ladevorgang abgebrochen. Während dieser Wartezeit (z.B.1m) hält die openWB aber den Mindestladestrom aufrecht.
Sagen wir, vor der Wolke hatten wir die oben erwähnten 4kW Ladeleistung für das Auto. PV Leistung war 5kW und bricht nun auf 1kW ein. Die openWB stoppt jetzt nicht gleich den Ladevorgang, sondern hat einen Timer von sagen wir 1min. In der Zeit regelt sie auf den Mindestladestrom runter. Sagen wir mal 6A bei 230V und einer Phase, das wären 1,380kW.
Die PV Liefert grad aber nur 1kW. Hausverbrauch ist weiterhin 1kW.
Während der 1min muss also zwangsläufig 1,380kW vom EVU kommen, woher auch sonst, wenn du ein Entladen der E3DC Batterie durchs Auto nicht zulassen willst. Du wirfst dem Stromversorger also Geld in den Rachen.
Läßt du es aber zu, dass die E3DC Batterie sagen wir 1500W beisteuern darf und das so lange, bis ihr eigener SoC auf sagen wir 90% runter ist, dann kannst du in diesem Beispiel eben verhindern, dass du Strom einkaufen musst. Das ist bei kurzen Intervallen wegen Wolken nicht schlimm.
Natürlich alles in gewissen Grenzen. Das ist alles hochdynamisch, aber die openWB macht das gut.
Da könnte man eine Doktorarbeit draus machen, wer wann wie sinnvollerweise was regelt um ein Optimum rauszuholen.
Und was sind nun "die besten" Werte für die vielen Parameter der openWB?
Da kann man halt nur probieren, lernen, nachjustieren.
Könnte man jetzt noch genauer, korrekter und komplizierter erklären, aber ich denke, das Prinzip ist klar. Wenn nicht, macht nichts, lehne dich gemütlich zurück und schau zu, wie schön das regelt. Und nicht wundern, dass immer mal wieder kurz einige Werte nicht ideal sind (z.B. mal doch kurz Strom eingekauft wird). Jedes Teil in der ganzen Kette hat eine gewisse Verzögerung in der Regelung. Die MPP Tracker, Wechselrichter, openWB, etc. Dann schaltest du den Staubsauger ein, der urplötzlich 1500W zieht usw. Dauert halt immer ne Weile bis die Komponenten reagieren. Das klappt halt am besten bei möglichst gleichmäßigen Strömen, aber die Welt ist halt kein Ponyhof.
Gruß, Martin